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Lexikon

Buchungssatz

Kurz gesagt

Ein Buchungssatz legt fest, welche Konten ein Geschäftsfall berührt: zuerst das Konto im Soll, dann nach dem Wort „an“ das Konto im Haben, jeweils mit Betrag. Die Summe der Soll-Beträge ist immer gleich der Summe der Haben-Beträge.

· Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

In der doppelten Buchführung hat jedes Konto zwei Seiten: links Soll, rechts Haben. Auf Vermögenskonten wie Bank oder Kassa stehen Zugänge im Soll, auf Verbindlichkeitskonten im Haben; Aufwände werden im Soll, Erträge im Haben gebucht. So wird jeder Geschäftsfall auf mindestens zwei Konten erfasst.

Beispiel: Büromaterial um 120 Euro brutto (100 Euro netto plus 20 % Umsatzsteuer), bar bezahlt. Der Buchungssatz lautet: 7600 Büromaterial 100,00 und 2500 Vorsteuer 20,00 an 2700 Kassa 120,00. Die Kontonummern folgen dem Einheitskontenrahmen, in dem Büromaterial zur Gruppe 76, die Vorsteuer zur Gruppe 25 und die Kassa zur Gruppe 27 gehört. Kleinunternehmer haben keinen Vorsteuerabzug und buchen die 120 Euro zur Gänze als Aufwand.

Vorkontierung heißt, einen Beleg vor der Erfassung mit Konto, Gegenkonto und Steuercode zu versehen – früher per Kontierungsstempel auf Papier, heute auch direkt in der Software. Sie ist ein Vorschlag: Gebucht ist erst, was erfasst und freigegeben wurde.

Belegerfassung bedeutet, Rechnungen, Kassenbons und Kontoauszüge mit Datum, Betrag, Geschäftspartner und Steuerangaben in die Buchhaltung zu übernehmen. Nach § 131 BAO sollen Eintragungen der Zeitfolge nach geordnet, vollständig, richtig und zeitgerecht erfolgen, Bareingänge und Barausgänge täglich. Die Belege sind so geordnet aufzubewahren, dass jede Eintragung überprüft werden kann – grundsätzlich sieben Jahre (§ 132 BAO).

Soll und Haben gehören zur doppelten Buchführung. Sie ist etwa für Kapitalgesellschaften Pflicht und für andere Unternehmen, deren Umsatzerlöse zwei Jahre in Folge 700.000 Euro übersteigen (§ 189 UGB); freie Berufe sind von dieser Grenze ausgenommen. Wer eine Einnahmen-Ausgaben-Rechnung führt, zeichnet Einnahmen und Ausgaben grundsätzlich bei Zahlung auf, ohne Soll und Haben.

In Saldek

Saldek liest Belege aus und schlägt den Buchungssatz mit Konto, Gegenkonto und Steuercode vor. Gebucht wird erst, wenn Sie ihn freigeben.

Fragen zu diesem Begriff

Was bedeutet „an“ im Buchungssatz?

„An“ trennt die Soll- von der Haben-Seite. Davor stehen die Konten im Soll, danach die Konten im Haben: „Bank an Erlöse“ heißt, das Bankguthaben steigt im Soll, die Erlöse steigen im Haben.

Was ist ein zusammengesetzter Buchungssatz?

Ein Buchungssatz mit mehr als einem Soll- oder Haben-Konto, etwa Aufwand und Vorsteuer an Kassa. Auch hier müssen beide Seiten denselben Gesamtbetrag ergeben.

Ist Vorkontierung Pflicht?

Nein, sie ist eine Arbeitsweise. Gesetzlich verlangt ist, dass Eintragungen vollständig, richtig und zeitgerecht erfolgen und anhand geordnet aufbewahrter Belege überprüfbar sind (§ 131 BAO).

Brauche ich Buchungssätze bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung?

Nein. Dort werden Einnahmen grundsätzlich erfasst, wenn das Geld eingeht, und Ausgaben, wenn es abfließt; Anlagegüter werden über die Abschreibung verteilt. Soll und Haben gibt es nur in der doppelten Buchführung.

Quellen