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Lexikon

Einheitskontenrahmen (EKR)

Kurz gesagt

Der Einheitskontenrahmen (EKR) ist die in Österreich übliche Vorlage für die Konten der Finanzbuchhaltung: zehn Kontenklassen von 0 bis 9, die dem Aufbau von Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung folgen. Die Kammer der Steuerberater und Wirtschaftsprüfer (KSW) veröffentlicht ihn als KFS/BW 6.

· Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

Ein Kontenrahmen ist die allgemeine Ordnung, aus der jedes Unternehmen seinen eigenen Kontenplan ableitet. Der österreichische EKR wurde 1947 erstmals entwickelt und wird laut KSW in Österreich fast lückenlos verwendet. Die geltende Fassung hat der Fachsenat für Betriebswirtschaft der KSW im Mai 2017 beschlossen.

Die erste Ziffer einer Kontonummer nennt die Kontenklasse: 0 Anlagevermögen, 1 Vorräte, 2 sonstiges Umlaufvermögen und aktive Rechnungsabgrenzung, 3 Rückstellungen, Verbindlichkeiten und passive Rechnungsabgrenzung, 4 betriebliche Erträge, 5 Materialaufwand, 6 Personalaufwand, 7 Abschreibungen und sonstige betriebliche Aufwendungen, 8 Finanzerträge und -aufwendungen sowie Steuern vom Einkommen, 9 Eigenkapital und Abschlusskonten.

Die zweite Ziffer bildet die Kontengruppe, die dritte das Konto. Den eigenen Kontenplan darf man auf vier und mehr Stellen erweitern: Aus dem EKR-Konto 760 „Büromaterial und Drucksorten“ kann so im Kontenplan das Konto 7600 werden.

Der EKR ist eine Veröffentlichung der Berufsvertretung, kein Gesetz; laut BMF kann jedes Unternehmen einen individuellen Kontenrahmen verwenden. Die Finanzverwaltung orientiert sich aber daran: Die Beilage E 1a zur Einkommensteuererklärung nennt bei ihren Kennzahlen die passenden EKR-Bereiche, etwa EKR 40–44 für Erlöse, und für die Prüfdatei SAF-T hat das BMF eine weiterentwickelte Fassung des EKR veröffentlicht.

In Saldek

Saldek legt für österreichische Organisationen einen Kontenplan an, dessen Kontonummern nach den Kontenklassen des EKR gegliedert sind. Dieselben Kontonummern stehen im DATEV- und BMD-Export für Ihre Steuerberatung.

Fragen zu diesem Begriff

Muss ich den Einheitskontenrahmen verwenden?

Nein. Der EKR ist eine Veröffentlichung der Berufsvertretung, kein Gesetz, und laut BMF darf jedes Unternehmen einen individuellen Kontenrahmen verwenden. Weil Steuerformulare wie die Beilage E 1a mit EKR-Bereichen arbeiten, erleichtert ein EKR-naher Kontenplan aber die Übergabe an die Steuerberatung.

Was ist der Unterschied zwischen Kontenrahmen und Kontenplan?

Der Kontenrahmen ist die allgemeine Ordnung mit Klassen, Gruppen und Musterkonten. Der Kontenplan ist die Liste der Konten, die ein Unternehmen tatsächlich bebucht; er wird aus dem Kontenrahmen abgeleitet und bei Bedarf auf vier oder mehr Stellen erweitert.

Gilt der EKR auch in Deutschland?

Nein. In Deutschland sind die DATEV-Standardkontenrahmen SKR 03 und SKR 04 verbreitet. Auch sie haben zehn Kontenklassen, ordnen die Konten aber anders.

Spielt der EKR bei der Einnahmen-Ausgaben-Rechnung eine Rolle?

Der EKR ist für die Finanzbuchhaltung gedacht. Auch Einzelunternehmer mit Einnahmen-Ausgaben-Rechnung tragen ihre Beträge aber in die Kennzahlen der Beilage E 1a ein, und die verweisen auf EKR-Bereiche.

Quellen