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Lexikon

E-Rechnungsformate: ebInterface, XRechnung, ZUGFeRD und Peppol

Kurz gesagt

Eine strukturierte E-Rechnung ist ein maschinenlesbarer Datensatz, den Software ohne Abtippen verarbeiten kann. ebInterface ist der österreichische XML-Standard, XRechnung der deutsche Standard für Rechnungen an die Verwaltung, ZUGFeRD ein PDF mit eingebetteten XML-Daten – und Peppol ein Netzwerk samt Formatregeln für den Versand.

· Allgemeine Information, keine Steuerberatung.

ebInterface wird seit 2009 vom Arbeitskreis AUSTRIAPRO E-Billing mit Unterstützung der Wirtschaftskammer entwickelt und ist kostenlos nutzbar. Aktuell ist Version 6.1 (seit August 2022); sie berücksichtigt die Anforderungen der europäischen Norm EN 16931. Version 7.0 mit einer Syntax-Bindung an EN 16931 ist laut WKO für das vierte Quartal 2026 geplant.

Wer Bundesdienststellen beliefert, muss seit 1. Jänner 2014 ausschließlich strukturierte E-Rechnungen einbringen (§ 5 IKT-Konsolidierungsgesetz). Das Portal e-rechnung.gv.at akzeptiert ebInterface in den Versionen 4.3, 5.0, 6.0 und 6.1 sowie UBL 2.1, etwa als Peppol-Rechnung nach BIS 3; eingebracht wird über das Unternehmensserviceportal oder das Peppol-Netz. Länder und Gemeinden verlangen E-Rechnungen derzeit nicht verpflichtend, und für Rechnungen zwischen Unternehmen gibt es in Österreich keine allgemeine E-Rechnungspflicht.

XRechnung ist der deutsche Standard auf Basis der EN 16931, betreut von der Koordinierungsstelle für IT-Standards (KoSIT), in den XML-Syntaxen UBL und CII. Für Rechnungen an Bundesbehörden schreibt die deutsche E-Rechnungsverordnung XRechnung grundsätzlich vor; andere Standards sind zulässig, wenn sie der EN 16931 entsprechen.

ZUGFeRD verbindet ein lesbares PDF/A-3 mit eingebetteten XML-Rechnungsdaten und wird vom Forum elektronische Rechnung Deutschland (FeRD) herausgegeben. Das deutsche Finanzministerium erkennt ZUGFeRD ab Version 2.0.1 als E-Rechnung an, ausgenommen die Profile MINIMUM und BASIC-WL.

Peppol ist kein einzelnes Dateiformat, sondern ein internationales Netzwerk mit gemeinsamen Regeln, betreut vom Verein OpenPeppol: Sender und Empfänger sind über zertifizierte Dienstleister verbunden (Vier-Ecken-Modell). Rechnungen laufen dort im Format Peppol BIS Billing 3.0, das auf dem Datenmodell der EN 16931 beruht.

Mit dem EU-Paket „VAT in the Digital Age“ (ViDA, Richtlinie (EU) 2025/516) werden strukturierte E-Rechnungen nach EN 16931 ab 1. Juli 2030 für innergemeinschaftliche B2B-Umsätze Pflicht; eine digitale Meldung ersetzt dann die Zusammenfassende Meldung. Seit April 2025 dürfen Mitgliedstaaten unter bestimmten Bedingungen nationale E-Rechnungspflichten einführen. Deutschland hat bereits eine; in Österreich ist bisher keine beschlossen (Stand September 2026).

E-Rechnungsformate: ebInterface, XRechnung, ZUGFeRD und Peppol
FormatArtBetreut vonPflicht bzw. EinsatzIn Saldek
ebInterfaceXML (Österreich)AUSTRIAPRO / WKORechnungen an den Bund in Österreich (neben UBL 2.1, z. B. über Peppol)Ausgangsrechnungen erstellen (Version 6.1)
XRechnungXML nach EN 16931 (UBL oder CII)KoSIT (Deutschland)Rechnungen an die deutsche Bundesverwaltung; zulässige E-Rechnung im deutschen B2BAusgangsrechnungen erstellen
ZUGFeRDPDF/A-3 mit eingebettetem XMLFeRD (Deutschland)Zulässige E-Rechnung im deutschen B2B ab Version 2.0.1 (ohne MINIMUM, BASIC-WL)Eingehende Rechnungen per E-Mail erkennen
Peppol BIS Billing 3.0UBL-XML über das Peppol-NetzOpenPeppolEinbringungsweg für Rechnungen an den österreichischen BundKein eigener Peppol-Zugang

In Saldek

Saldek erstellt Ausgangsrechnungen als ebInterface 6.1 oder XRechnung und erkennt eingehende strukturierte Rechnungen beim Belegeingang per E-Mail. Einen eigenen Peppol-Zugang bietet Saldek derzeit nicht.

Fragen zu diesem Begriff

Welches Format brauche ich für Rechnungen an den österreichischen Bund?

ebInterface (Version 4.3 bis 6.1) oder UBL 2.1, zum Beispiel als Peppol-Rechnung nach BIS 3. Eingebracht wird über das Unternehmensserviceportal (e-rechnung.gv.at) oder über das Peppol-Netz. Ein PDF reicht dort nicht.

Ist ein PDF per E-Mail eine E-Rechnung?

In Österreich darf eine Rechnung umsatzsteuerlich als PDF per E-Mail übermittelt werden, wenn der Empfänger zustimmt. Eine strukturierte E-Rechnung ist ein PDF aber nicht – weder für den Bund noch nach den deutschen Regeln seit 2025.

Was ist der Unterschied zwischen XRechnung und ZUGFeRD?

XRechnung ist reines XML, das für Menschen erst eine Anzeige-Software lesbar macht. ZUGFeRD ist ein PDF, in dem die XML-Daten eingebettet sind. In Deutschland erfüllen beide die Anforderungen an eine E-Rechnung, ZUGFeRD ab Version 2.0.1 und ohne die Profile MINIMUM und BASIC-WL.

Brauche ich Peppol?

Nur wenn Kunden oder Behörden Rechnungen über das Peppol-Netz empfangen wollen. Für den österreichischen Bund ist Peppol einer von zwei Einbringungswegen; der andere ist das Unternehmensserviceportal.

Quellen